Unsere Sprachbildung

Sprachförderung

Eine der wichtigen Aufgaben unserer Pädagogik ist es, dass Sprachvermögen der Kinder möglichst individuell zu fördern.
Die Sprache wird erfahrbar gemacht, nicht über bloßes Üben, sondern über Handeln, über das Spiel, über die Bewegung und Wahrnehmung; denn Sprache ist Basiswerkzeug für den Umgang mit anderen Menschen.

Sprachförderung will erreichen, dass Kinder kommunikationsfähig werden, d.h. die Fähigkeit erlangen, Inhalte ihres Bewusstseins mit Worten zu füllen. Wahrnehmung und Sprache sind eng miteinander verknüpft, denn mit Hilfe unserer Sinne nehmen wir die Umwelt wahr. Ebenso besteht ein Zusammenhang zwischen Sprache und Bewegung. Sprache setzt eine intakte Steuerung der Motorik voraus. Sprachförderung wird bei uns in alle Spiel- und Betätigungsfelder integriert und im Alltag umgesetzt.

Das Kath. Familienzentrum Arche Noah wird Schwerpunkt - Kita "Sprache & Integration"

Im vergangenem Jahr rief das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend, Kitas in Deutschland auf sich zu bewerben, Schwerpunkt - Kita Sprache und Integration zu werden und sich als solche Einrichtung zu zertifizieren. Auch das Kath. Familienzentrum Arche Noah folgte dem Ruf und bewarb sich. Bestimmte Voraussetzungen, wie z.B. ein Sprachförderkonzept, Qualitätsmanagement und die Betreuung von U3 Kindern waren notwendig, um sich zu bewerben. Anfang des Jahres 2011 bekam das Familienzentrum die Zusage und wurde in das Projekt aufgenommen.

Mit der Weiterentwicklung zur "Schwerpunkt - Kita Sprache & Integration" sollen besonders Kinder mit einem hohen Sprachförderbedarf erreicht werden. Dabei liegt der Schwerpunkt in der U3 Förderung. Die Alltagsintegrierte Sprachförderung wird von qualifiziertem Fachpersonal geleistet. Nach Abschluss der Weiterentwicklung im Jahr 2014 darf sich das Familienzentrum "Schwerpunkt - Kita Sprache & Integration" nennen.
Sprachstandserhebung

Zur Sprachstandserhebung nutzen wir die Beobachtungsbögen Sismik und Seldak.
Sismik steht für Sprachverhalten und Interesse an Sprache bei Migrantenkindern.
Sismik ist ein Beobachtungsbogen für die systematische Begleitung und Dokumentation der Sprachentwicklung von Migrantenkindern von ca. 3 ½ Jahren bis zum Schulalter mit Fragen zu Sprache und Literacy (kindliche Erfahrung rund um Buch-, Erzähl-, Reim- und Schriftkultur). Er erfasst den Sprachstand und zeigt gleichzeitig eine konkrete Förderung auf.

Seldak steht für Sprachentwicklung und Literacy  bei deutschsprachig aufwachsenden Kindern.
Seldak ist ebenfalls ein Beobachtungsbogen für die systematische Begleitung der Sprachentwicklung von Kindern, die mit Deutsch als Erstsprache (Muttersprache) aufwachsen. Der Bogen umfasst die Altersspanne von 4 Jahren bis zum Schulalter. Konzeption und Aufbau sind ähnlich wie bei Sismik.

Sismik und Seldak berücksichtigen:

  • Sensibilisierung für ungünstige Entwicklungen und Entwicklungsrisiken und Begleitung von „normaler“ kindlicher Spracheentwicklung
  • Motivation und Interesse des Kindes
  • Sprachentwicklung und Literacy
  • Sprachliche Kompetenz
  • Die Familiensprache und die Familie des Kindes
  • Konkrete Anhaltspunkte für die pädagogische Förderung

(Auszüge von: Ulich, M. & Mayr, T. 2003/2006, Freiburg: Herder)

Sprachstandsfeststellungsverfahren – Delfin 4
Seit 2007 wird das Sprachstandsfeststellungsverfahren Delfin 4 landesweit durchgeführt.
Delfin 4 beinhaltet in zwei Stufen ein Screening- und Testverfahren. Es handelt sich um ein Verfahren, mit dem auf spielerischer Weise die Sprachentwicklung überprüft wird. Um eine frühzeitige flächendeckende Sprachförderung zu erreichen, wird die Feststellung des Sprachstandes zwei Jahre vor der Einschulung überprüft. Das Testverfahren zur Sprachstandserhebung ist im Schulgesetz verankert. (Auszug aus: Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes NRW, Düsseldorf)
Umsetzung der Sprachförderung Delfin 4 in der Einrichtung

Die Kinder, bei denen ein erhöhter Sprachförderbedarf festgestellt wird, werden  in einer festen Kleingruppe zusätzlich gefördert.

BIELEFELDER SCREENING (BISC)

Das BIELEFELDER SCREENING ist ein Frühtest zur Überprüfung der Reife von Kindern, erfolgreich am Lese- und Schreiblehrgang teilzunehmen.

Dieses Testverfahren erlaubt die zuverlässige und objektive Erfassung spezifischer vorschulischer Schriftsprachvoraussetzungen und besitzt eine hohe prognostische Validität für später auftretende Lese-Rechtschreibschwierigkeiten in den ersten beiden Schuljahren.

Die erste Testung (als Einzeltest oder Gruppentest) der Kinder findet 10 Monate vor der Einschulung statt; die zweite Überprüfung erfolgt 4 Monate vor der Einschulung.

Der Frühtest ist spielerisch angelegt und prüft

  • das Reimen
  • das Silben-Segmentieren
  • den Laut-zu-Wort-Vergleich
  • das Laute-Assoziieren
  • den Abruf aus dem Kurzzeitgedächtnis
  • den Abruf aus dem Langzeitgedächtnis
  • die visuelle Aufmerksamkeitsteuerung

Besteht bei einem Kind ein Risiko oder stellt die Überprüfung ein Defizit in den Voraussetzungen für den Lese-Rechtschreibprozess fest, so kann die Förderung dieses Kindes durch ein Training der Phonologischen Bewusstheit deutlich verbessert und die Schriftsprachentwicklung positiv beeinflusst werden.

Grenzsteine der Entwicklung

Hier werden die Fähigkeiten beschrieben, die Ihr Kind in Anlehnung an die Forschungsergebnisse des Entwicklungsneurologen Richard Michaelis zum angegebenen Zeitraum erreichen sollte.

Die "Grenzsteine" erfassen vom ersten Monat bis zum 18. Monat in Abständen von 3 Monaten und für das Alter von 2, 3, 4 und 5 Jahren den Entwicklungsstand in 5 Bereichen:

  • Körpermotorik
  • Feinmotorik
  • kognitive Entwicklung
  • Sprachentwicklung
  • sozioemotionale Entwicklung

Die ausführliche Konzeption ist in unserer Tageseinrichtung einsehbar.

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